Elektromobilität: Hohe Ziele + hohe Subventionen = hohe Risiken

Feb 5, 2016 | 2 Kommentare
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Die Bundesregierung hat im Jahr 2011 das Ziel von einer Millionen Elektroautos im Jahr 2020 ausgegeben und hält bisher auch daran fest. Da bis heute sind aber nur etwas über knapp 19.000 PKW mit reinem Elektroantrieb und etwa 108.000 Pkw mit Hybridantrieb zugelassen wurden, scheint das Ziel nicht mehr besonders realistisch – zumindest sofern nicht weitere politische Maßnahmen ergriffen werden.

Deshalb werden derzeit verschiedenste Maßnahmen diskutiert, wobei die direkte Subvention der Anschaffung im Vordergrund der Diskussion steht. Sinnvoller wäre es aber das Ziel zu überprüfen. Die geringen Zulassungszahlen zeigen, dass die Verbraucher bisher nicht von Elektroautos überzeugt sind. Dabei ist der hohe Preis wohl nur einer der Gründe für die fehlende Akzeptanz. Die eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten aufgrund der geringen Reichweiten sind sicherlich ebenso bedeutsam. Auch die Automobilindustrie zeigt sich on der Zukunftsfähigkeit der Elektroautos bisher wenig überzeugt und investiert nur sehr verhalten in den Ausbau der neuen Technologie.

Subventionen von Elektroautos wären sinnvoll, wenn die fehlende Akzeptanz ein vorübergehendes Phänomen wäre. Dann könnte die Subvention zu höheren Stückzahlen in der Produktion führen, mit denen gegebenenfalls auch die Produktionskosten sinken. Eventuell würden mit zunehmenden Erfahrungen auch die Technologie und damit die Reichweite der Elektroautos verbessert. Wenn aber die Automobilindustrie selbst an diese langfristigen Erfolge glauben würde, wäre ihre Investitionsbereitschaft wahrscheinlich höher. Insofern sind die positiven Effekte der Subvention höchst unsicher!

Alle bisherigen Erfahrungen mit Subventionen haben gezeigt, dass diese, wenn sie ausreichend hoch sind, auch ehrliche Wirkungen entfalten können. So wird auch der Absatz von Elektroautos durch ausreichend hohe Subventionen gesteigert werden können – wobei in Spanien Subventionen in der Größenordnung von 5000 Euro bisher nicht reichen, um den Absatz der Elektromobile zu beflügeln. Die Energiewende hat gezeigt, dass Subventionen und der damit erreichte Ausbau neuer Technologien zu Problemen führen können, die vorher nicht erwartet wurden. So hat der rasante Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion konventionelle Kraftwerke unrentabel gemacht. Diese werden aber weiterhin benötigt, da die erneuerbaren Energien ihren Beitrag nicht verlässlich und dauerhaft leisten können. Wer garantiert, dass massenhaft geförderte Elektroautos nicht am Vormittag nach dem Weg zur Arbeit aufgeladen werden? In dieser Zeit ist der Strombedarf ohnehin sehr hoch, so dass bei fehlendem Wind und Sonne noch mehr konventionelle Kraftwerkskapazität notwendig wird.
In der Summe kosten Subventionen nicht nur viel Geld sondern implizieren auch die Gefahr, dass technologische Irrwege beschritten werden, die zu individuellen oder auch gesamtwirtschaftlich hohen Kosten führen. Wenn der Staat etwas tun will um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Automobilwirtschaft in Deutschland sicherzustellen, wäre eine technologieoffene Förderung von Forschung und Entwicklung viel besser geeignet, die technologische Führerschaft in den Zukunftsbrachen sicherzustellen.

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  1. Economic Trends Research » Das Beste aus zwei Welten
    17. Februar 2016

    […] „Power-to-Heat: Öl-Hybridheizungen können Energiewende stützen“ sowie den Blogbeitrag „Hohe Ziele + hohe Subventionen = hohe Risiken“). Im Gegensatz dazu werden hybride Systeme nur dann auf die elektrische Versorgung zugreifen, […]

  2. Economic Trends Research » Das Beste aus zwei Welten
    17. Februar 2016

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