Das Ende der Globalisierung?

Nov 17, 2016 | Keine Kommentare
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Mit Donald Trump hat erneut ein Rechtspopulist mit nationalistischen Parolen, demokratische Wahlen gewonnen. Offensichtlich gibt es in vielen Ländern große Bevölkerungsteile, die der Globalisierung kritisch gegenüberstehen und die deshalb eine nationale Abschottung wünschen.

In diesem Zusammenhang war sogar davon die Rede, die Globalisierung sei abgewählt worden. Diese Aussage suggeriert Entscheidungsmöglichkeiten, wo keine sind und führt deshalb zu immer größerer Unzufriedenheit und spielt damit letztlich den Rechtspopulisten in die Hände.Die Globalisierung ist im Wesentlichen das Resultat von zwei Prozessen:

  • Die sinkenden Transportkosten von Personen und Waren.
  • Die verbesserten Informations- und Telekommunikationswege, die den sofortigen und reibungslosen Austausch von Informationen erlauben.

Diese beiden Entwicklungen haben zu dem intensiven internationalen Austausch von Gütern und Dienstleistungen, den wir als Globalisierung kennen, geführt. Gleichzeitig haben verschiedene Schwellenländer – allen voran China – große Fortschritte bei der Industrialisierung gemacht und sind damit als neue Konkurrenten auf den Weltmärkten aufgetreten. Diese Prozesse kann man nicht stoppen und man kann sie auch nicht abwählen. Man kann im Sinne der Rechtspopulisten den internationalen Austausch mit protektionistischen Maßnahmen blockieren. Dies verursacht jedoch sowohl bei den Handelspartnern und auch im eigenen Land hohe Kosten. Insofern schadet man sich selbst – was Länder mit entsprechend protektionistischer Politik in den nächsten Jahren unmittelbar erfahren werden.

Häufig ist auch davon die Rede, man müsse die Globalisierung stärker politisch gestalten. Es ist nicht immer klar, was mit dieser Aussage gemeint ist: Zum Teil ist damit eine Forderung an die Politik der Handelspartner gerichtet, die eben diesen nichts nutzt und deshalb in der Regel auch nicht zum Erfolg führt. Insofern geht es nicht darum, die Globalisierung zu gestalten. Vielmehr ist es notwendig im eigenen Land eine sinnvolle Wirtschafts- und Verteilungspolitik zu betreiben und diese aktiv zu vertreten und zu kommunizieren. Jeder Vergleich zwischen Ländern zeigt, dass es weiter große Unterschiede in der nationalen Politik gibt und dabei auch sehr unterschiedliche Ansätze erfolgreich sein können. Insofern sollten Politiker aufhören, alles was unpopulär ist auf die Globalisierung zu schieben. Dann haben zukünftig auch Nationalisten und Populisten weniger Chancen.

 

 

 

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